von Andi Mönch

mit oder ohne Gebiss?

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Geheimnis Pferdemaul. Früher oder später befasst sich jeder Pferdemensch mit diesem Thema. Nur wenige Forscher wissen was im Inneren tatsächlich passiert.

Von außen sieht es niedlich aus, überzogen mit samtigem Fell und weicher Haut. Innen werden täglich bis zu 40 Liter Speichel produziert, der nicht nur Mineralien enthält, sondern auch Eiweiß, welches zu weißem Schaum stockt, wenn das Pferd mit seiner Spucke schlabbert.
Die Zunge, die zwischen einem und zwei Kilo wiegt, besitzt das dichteste Nervengeflecht außerhalb des Gehirns - ein Organ, so weich und empfindlich wie die Lippen eines Menschen.



 

Und was passiert da im Verborgenen sonst noch?

Die Antwort ist sehr wichtig, denn schließlich dreht sich die gesamte Reiterei um die Tatsache, dass die meisten Pferde ein Gebiss ins Maul bekommen.

 


Wie die darauf reagieren, ist den meisten Menschen  unbekannt, auch wenn viele, scheinbar schlüssige Theorien, in allen Reitweisen, das Gegenteil suggerieren.



Einer der wenigen Speläologen in Sachen Pferdemaul ist Professor Robert Cook, von der Tufs University Massachusetts. Der international anerkannte Wissenschaftler forscht seit den 60er Jahren. Ihn interessieren die Wechselwirkungen zwischen Maul und Gebiss - und zwar bereits ehe ein Reiter am Zügel zieht.
Über 3 Jahre untersuchte er 100 Pferde und Reiter aus allen Disziplinen! Dabei rannten die Pferde, unter anderem, mit und ohne Gebiss über Laufbänder während ein Endoskop zeigte, was in ihren Mäulern geschah...

 

... Cook sezierte Kehlköpfe, vermaß Maulhöhlen und ging dem Zusammenhang zwischen Gebiss, Kopfhaltung und Luftröhre nach.
Seine Erkenntnisse führten ihn auf einen kompromisslosen Kreuzzug gegen jedes Gebiss. Spott von Kollegen erträgt er standhaft
"Reitern wird immer wieder gesagt, sie sollen den Schlüssel zum Pferdemaul finden", sagt er. "Aber der beste Schlüssel ist gar kein Schlüssel". Sprich: kein Gebiss.

warum?  ...

Bild Westernturnier: Ich finde das Hotti sieht äußerst unentspannt aus. Die Hebelwirkung drückt enorm auf Genick, Kinn und Zunge

... Gebiss im Maul bedeutet vermehrte Speichelbildung! 
Wenn ein Pferd "arbeitet", sollte es jedoch ein relativ trockenes Maul haben, denn der ganze Sabber ist für das Pferd ein Ärgernis, wenn es tief und viel Atmen muss. Jeder Versuch den Speichel zu schlucken, birgt für das Pferd eine Gefahr, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen:
Reflexe entscheiden ob geatmet oder geschluckt wird. Solange das Maul geschlossen ist, atmet das Pferd. Öffnet es das Maul, strömt Luft in die Höhle. Dieses, verbunden mit Berührungen der Zunge, löst die Reflexkette "fressen und schlucken" aus.
Dabei hebt sich der hintere Teil des Gaumens. Das rund 13 cm lange Gaumensegel schaltet im Rachen, wie eine Weiche, den Weg zur Speiseröhre frei. Gleichzeitig schließt der Kehldeckel die Luftröhre!
"Ein Pferd ohne etwas im Maul und in flotter Bewegung hat ein relativ trockenes Maul. Die Zunge liegt ruhig hinter den Schneidezähnen, der Unterkiefer bewegt sich nicht, der Schluckreflex ist abgeschaltet, das Gaumensegel liegt flach am Boden des Mauls "
Trägt das Pferd dagegen eine Trense oder Kandare, wird das Maul durch die zusätzlichen Fressreflexe feucht. Das Pferd will schlucken, das Gaumensegel hebt sich, das Pferd spielt mit der Zunge, bewegt den Unterkiefer.
"Durch das Gebiss sind die Pferde beim Reiten neurologisch durch den Wind" , so Cook. Weil sie trotzdem versuchen, sowohl dem Reiter, als auch den widersprüchlichen Befehlen ihres Nervensystems zu gehorchen, bekommen sie Probleme.

Cook macht das Gebiss für viele Verhaltensstörungen verantworlich, z.B. Koppen, Weben, Headshaking,

zudem verspannen sich Pferde, wenn sie versuchen sich beim Reiten Schmerzen zu entziehen.

Am Pferdekopf verlaufen zahlreiche empfindliche Nerven. Der Druck ist besonders schmerzhaft, wenn die Zäumung auf dem Infraorbitalnerv liegt und/oder die Zäumung eng verschnallt ist,

die Riemen dürfen also weder zu tief (auf Nüsternfreiheit achten), noch zu hoch angebracht werden! Und 2 aufrechte Finger müssen darunter Platz haben.

Hier ist der Nasenriemen zu hoch angebracht! Er liegt direkt auf dem Infraorbitalnerv.

Leider sehr häufig zu sehen  :-(


viel entspannter

                                    es geht auch ohne

                         einfach mal loslassen und vertrauen

 
Ohhh, ich weiss was manche von euch jetzt denken
"klaaar, mach das mal mit meinem Pferd...dass ich nicht lache"
Als ich das erste mal mit Loudy im Gelände war natürlich mit Snaffle Bit (Wassertrense) im Maul und die übliche Galopphilfe gab: Pfffffff düsten wir los wie eine Rakete. Okay, dachte ich, die Hilfe war dann doch etwas zu deutlich  :-)
entspanntes galoppieren ging nicht, sie drückte ihren Rücken weg, kam nicht zur Ruhe. Auf dem Reitplatz ging es gut, aber für mich kam nur Gelände-reiten in Frage. Raus aus dem Büromuff und rein in die Natur

Die Besitzerin sagte ich solle doch mal nur mit Halfter ausreiten, da wäre sie viel ruhiger.

Gesagt-getan, Angst kannte ich ja eh nicht. Und tatsächlich: Loudy war viiieeeel entspannter. Sie galoppierte zwar immer noch unglaublich schnell, aber ich hatte einen "Schlüssel" gefunden.
Ich informierte mich intensiv über gebisslose Zäumung und kaufte ein sanftes Sidepull. Dann ritt ich ein ganzes Jahr lang nur Schritt und Trab im Gelände. Solange dauerte es, bis Loudy auch im Trab entspannt war, sie ihren Rücken nicht mehr wegdrückte bei den Zügelhilfen und ich schließlich die Zügel locker lassen konnte, ohne dass sie galoppieren anfing. Danach begann ich langsam wieder mit galoppieren, mal schnell - mal langsamer, so wie ich es wollte.
Loudy war zwar immer flott unterwegs, das war einfach ihre Natur, aber sie war nicht mehr auf der Flucht.
Jahre später und nachdem sicher war, dass ihre Zähne auch in Ordnung sind, kaufte ich ihr dann mal wieder ein Gebiss. Das ging dann auch wieder ganz gut, aber ohne war es definitiv viel besser.

Außerdem:

Ein Pferd kann so oder so durchgehen, buckeln... auch mit Gebiss - egal wie "scharf" es auch sein mag.

Ich bin schon öfter von Pferden gefallen, die hatten immer ein Gebiss drin. Ein Pferd muss Schmerzen-Panik-Angst-Hektik verlieren, nur dann wird es gelassen-locker-entspannt. Wenn du deinem Pferd das nicht vorlebst, dann wird es nix ...


Vorbereitung:

gebisslos reiten

Intensiv und bitte kritisch über gebisslose Zäumungen informieren.

Es gibt viele Unterschiedliche und da sind auch richtig "scharfe" dabei, die dem Pferd Schmerzen beifügen können. Auch der Nasenrücken ist empfindlich!

Welche ich nicht nehmen würde:

- welche mit Hebel (Shanks), weil

"die erheblichen Hebelkräfte bei unsachgemäßer Handhabung oder bei Unfällen (kann immer mal passieren) ein hohes Verletzungsrisiko für das Pferd darstellen"

- dünne Seile als Nasenriemen, weil

"je dünner, desto schärfer - dünn schneidet rein. Auch Unebenheiten schneiden rein/drücken punktuell, z.B. geflochtenes Leder, Glieder von Ketten..."  

  dicke/breite Auflageflächen verteilen den Druck besser und sind zudem meistens gepolstert.

Mein Tipp:

Ich bevorzuge Sidepull. Damit kann ich seitlich einwirken/lenken, wenn Hotti doch mal zu flott werden will   :-)

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